Ist MyFerryLink auf der Linie Dover überlebensfähig?

Ist MyFerryLink auf der Linie Dover überlebensfähig? Die weißen Klippen von DoverIm letzten Januar informierte Groupe Eurotunnel die Presse, dass es einen Käufer für sein Ärmelkanalfährunternehmen MyFerryLink suche. Diese Mitteilung war der Höhepunkt eines seit Jahren anhaltenden Rechtsstreits, bei dem eine schiedsgerichtliche Entscheidung den britischen Kartellamtsbeschluss gegen den Betrieb der MFL (MyferryLink) auf der Linie Dover - Calais bekräftigte.

Dies kam einem Ausschluss aus dem Frachtfährverkehr ab Dover gleich. In dieser neuesten Wendung des Schicksals von MyferryLink steht die Gesellschaft jetzt vor einem inneren Zwiespalt, während die Leitenden Angestellten über sein Schicksal entscheiden.

Wie gemeldet, besteht nun ein Dissens zwischen der Geschäftsleitung und dem Aufsichtsrat bei MyFerryLink. Der Aufsichtsrat soll mit der Entlassung einer aus zwei Personen bestehenden Geschäftsleitung gedroht haben, dem leitenden Angestellten Jean-Michel Giguet und seinem Stellvertreter Raphael Doutrebente. Die Geschäftsleitung vertritt SCOP, vormals SeaFrance, das nun im Auftrag der Groupe Eurotunnel die Fähren der MyFerryLink auf der Linie Dovers-Calais bemannt und betreibt. Sie versucht, MFL gerichtlich unter Zwangsverwaltung zu stellen, um die Entlassung der beiden Leiter durch den Aufsichtsrat zu verhindern.

Giguet und Doutrebente haben einen Richter in Boulogne-sur-Mer gebeten, SCOP SeaFrance unter die Aufsicht gesetzlich bestimmter Verwalter zu stellen. Beide geben an, dass der Aufsichtsrat versuche, sie aus dem Unternehmen zu drängen, was im Endeffekt auf einen Konkurs von MyFerryLink hinausliefe.

Der interne Konflikt trifft MyferryLink zur Unzeit, zumal SCOP das Schiedsgericht angerufen hart, um den britischen Kartellamtsbeschluss gegen den Betrieb der MLF in Dover anzufechten. Das Verbot soll im Juli in Kraft treten, könnte aber noch vom Berufungsgericht aufgehoben werden, eine Entscheidung wird für April erwartet. Groupe Eurotunnel sucht bereits einen Käufer für MFL. Aber dieser innere Zwiespalt schreckt potenzielle Käufer eher ab, denn sie müssten in einen harten Konkurrenzkampf treten, und das in einer Zeit steigender Betriebskosten.

Bricht diese Ereignisserie MyFerrylink das Genick?

Vielleicht tut sie das, aber alles deutet darauf hin, dass tatsächlich der ganze Konflikt zwischen der SCOP-Geschäftsleitung und dem Aufsichtsrat sich daraus nährt, dass das Unternehmen nicht überlebensfähig ist. Diese Spaltung ist typisch für die steigenden Betriebskosten einer Frachtfährenreederei (bzw. Personenfährenreederei). Laut Groupe Eurotunnel gibt es jedoch mindestens vier Interessenten für das Unternehmen, darunter ironischerweise SCOP (sofern es sich erfolgreich in Crowdsourcing übt und das Kapital auftreiben kann). Es wird also noch lange dauern, bis wir über das Schicksal von MyFerryLink Gewissheit haben werden.

Trotzdem ist Überlebenspotenzial vorhanden, falls das Geschäft richtig geführt wird, vor allem in Anbetracht des derzeitigen Wachstums der britischen Wirtschaft.